Zm-Anlagenbau

Bahnhof Wiesen mit dem weltberühmten Wiesener Viadukt


Die Linie Davos-Filisur verbinden den Wintersportort Davos mit der berühmten Albulabahn im schweizerischen Graubünden und ermöglicht seit ihrer Fertigstellung im Jahr 1909 einen direkten Bahnverkehr von Davos über Filisur nach St. Moritz.

Die Strecke Davos – Filisur ist äußerst spektakulär, mussten doch auf 19 km Länge 14 Tunnel und 28 Viadukte erstellt werden. Das bekannteste Bauwerk stellt das „Wiesener Viadukt dar, das kurz hunter der gleichnamigen Sation „Wiesen“ gelegen ist. Diese kleine Bahnstation bzw. diesen Bahnhof habe ich als Vorbild für den Nachbau des hier vorgestellten Dioramas in der eigentlich unüblichen Baugröße Zm (1:220, Spurweite 4,5 mm) gewählt.

Bahntechnisch gesehen geht es in dem Bahnhof Wiesen außerordentlich ruhig zu. Ein Umfahrgleis, ein Haupt- und ein Abstellgleis, schon sind die Gleisanlagen aufgezählt. Ein normiertes RhB-Bahngebäude mit Güterraum, ein Wärterhaus, ein Wohnhaus im Engadiner Stil und ein Personaldoppelhaus sowie ein Restaurant bilden die Hochbauten.

Nach der Ausfahrt aus der Station „Wiesen“ überquert ein der Zug ein Viadukt, das einer der größten und wohl auch schönsten Steinbogenbrücken mit einer Länge von 210 m und einr Höhe von 88m ist (Dieses Viadukt entstand bei mir als Ergänzung zu der Vitrinenanlage und wurde bei der Intemodellbau in Dortmund 16.4. – 20.4.2008 erstmals im Betrieb vorgestellt.).

Dieses kleine Stückchen Eisenbahn hatte es mir angetan. Da es im Handel kein entprechendes Zubehör für diese Baugröße gibt, war ein weitgehend kompletter Selbstbau angesagt. insbesondere die Gebäude, davon Bahnhof und Bahnwärterhaus in Echtholz, waren eine Herausforderung. Die erforderlichen Fotos habe ich bei einem Besuch dieser Station selbst gemacht. Für die Erstellung der Oberleitung und der Signale gibt es Bausätze in der Spur Z. Aber auch der Zusammenbau dieser Bausätze ist äußerst schwierig. Nur Bäume, Lampen (ausschließlich LED) und Figuren waren im Fachhandel erhältlich. Das Schienensystem wird auf meine Anregung hin von der deutsch-amerikanischen Firma „Aspen-Model“ in Düsseldorf erstellt und auch weltweit vertrieben. Das Diorama ist voll funktionsfähig. Bauzeit ca. 1 Jahr.

Messeanlage für Freudenreich Feinwerktechnik

Ende 2002 war das Sortiment kommerziell gefertigter Zm-Artikel so weit angewachsen, daß eine Vorstellung auf einer überregionalen Modellbahnausstellung angebracht war. Dazu bot sich der 4. Modellbahntreff am 3. und 4. Mai 2003 in Göppingen an. Gerade diese Ausstellung, die alle 2 Jahre von Märklin organisiert wird, kann als das Mekka der Spur Z-Bahner angesehen werden. Wo sonst sollte eine Präsenz der Zm-Bahn einen durchschlagenden Erfolg haben, wenn nicht dort? Ich habe deshalb Herrn Freudenreich angeboten, für seinen Messestand eine Vitrinenanlage zu erstellen, auf der das Anfang 2003 verfügbare Zm-Sortiment in einem angemessenen Rahmen präsentiert werden konnte. Durch meine bis zu diesem Zeitpunkt gesammelten Erfahrungen beim Aufbau meines eigenen Zm-Anlagenteils habe ich mit diesem Vorschlag bei Freudenreich offene Türen eingerannt. Die mit einer Vitrinengröße von 60 cm x 90 cm vorgegebenen Platzbeschränkungen ließen keinen großen Spielraum für eine anspruchsvolle Streckenführung. Schnell wurde sich auf einen Gleisplan und eine glaubhafte Topographie geeinigt. Bei einem Besuch in Sanitz wurden alle Details geklärt.
Ende März 2003 war die Anlage in der Gleisführung, Geländegestaltung und Verdrahtung zur Abholung fertig. Die Anlage besteht aus einem Außenrahmen (Zarge) aus Sperrholz und ist dem Geländeverlauf angepaßt. Wegen der steigungslosen Strecke wurde auf Gleisniveau eine Grundplatte mit den erforderlichen Aussparungen für Geländevertiefungen eingeleimt. Die Geländegestaltung erfolgte mit traditionellen Methoden. Zum Schluß wurde die Zarge mit weiß beschichteten Spanplatten beplankt, sodaß sie in der Ausstellungsvitrine einen professionellen Eindruck hinterläßt. Bis Ende April 2003 wurde die Anlage von Herrn Freudenreich mit RhB-Fahrleitung und Lichtsignalen ergänzt. Gespeist wird die Anlage von einem Miniclub-Fahrgerät „Electronic 05“. Die erforderlichen 16 Volt für die Weichemotoren erzeugt ein Spartransformator. Dieser speist ebenso einen Gaugemaster HF-Gleisreiniger, der sich hier bestens bewährt hat.

Bei der Übergabe der Anlage wurde die Funktionsfähigkeit der Streckenführung mit meiner Ge4/4 I vorgeführt. Es lief perfekt! Für den Lokomotiveinsatz auf dem Modellbahntreff in Göppingen hatte Herr Freudenreich jedoch andere Pläne, aber das ist eine Story für sich: Nachdem von der Firma Freudenreich Feinwerktechnik schon ein kleines Wagensortiment nach Vorbildern der RhB verfügbar war, stand die Entwicklung einer passenden Lokomotive auf dem Plan. Als erste in Sanitz serienmäßig produzierte Zm-Lok war die Ge4/6 vorgesehen. Dieses attraktive Modell beinhaltet für seine perfekte Realisierung einige technologische Probleme, die in der kurzen noch zur Verfügung stehenden Zeit auf keinen Fall in angemessener Qualität gelöst werden konnten. In kürzester Zeit entstand in der Modellbauwerkstatt bei Freudenreich Feinwerktechnik ein Einzelexemplar des De2/2 151 Bernina Gütermotorwagens. Dabei konnte weitgehend auf die bisherigen Erfahrungen bei Z-Normalspurloks zurückgegriffen werden. Trotz seiner Kleinheit erhielt der De2/2 151 einen ausgeklügelten Antrieb, sodaß die Fahreigenschaften dieses Winzlings viele Besucher verblüfften.

Mit seiner Gesamtlänge von knapp 3 cm sollte dieses Triebfahrzeug auch die Grenzen des derzeit technisch sinnvoll Realisierbaren aufzeigen. An eine eventuelle Serienfertigung dieses beim Vorbild nur in einem Exemplar vorhandenen Triebfahzeugs war überhaupt nicht gedacht. Der überzeugende „Auftritt“ des De2/2 151 in Göppingen im Mai 2003 auf der von mir erstellten Anlage warf bei der Firma Freudenreich den Plan für die Zm-Triebfahrzeugentwicklung völlig über den Haufen. Es kamen unerwartet viele Bestellungen für den De2/2 151, sodaß nun dieses Triebfahrzeug noch vor der Ge4/6 für die Serienfertigung überarbeitet wurde.

Messeanlage Bernina


In 2002/2003 entstand bei Freudenreich Feinwerktechnik die Bernina-Lok der RhB DE 2/2 15i in der Spurgröße Zm. Jetzt musste eine Messeanlage zur Präsentation der kleinen Lok gebaut werden. Sie sollte dem baumlosen Hochgebirgscharakter des Bernina-Massivs in der Schweiz entsprechen. Außerdem war vorgesehen, die an dieser Strecke liegende Brücke über einem Gebirgsbach originalgetreu nachzubauen. Das habe ich dann nach eigenen Vorstellungen gestaltet. Grundlage waren die Ergebnisse eines Schweiz-Urlaubs in diesem wunderschönen Gebiet. Die Strecke habe ich mir angesehen und fotografiert.

Ergebnis ist die hier in Bildern vorgestellte funktionsfähige Zm-Anlage Bernina mit einer Größe von 85×55 cm.
Diese Anlage wurde in Utrecht (Holland), in Dortmund und in den USA vorgeführt.